Das
Tanga Inter African Committee (TIAC) wurde im Jahr 2000 gegründet.
Etwa 20 Frauen aus Tanga Stadt versammelten sich um die Gründerin,
Imelda Hyera, die von Beruf Kranken- und Lehrschwester ist und daher
viel Einblick in zahllreiche Folgeerscheinungen der weiblichen Genitalverstümmelung
hat. Die TIAC Gruppe wurde für ihre Aufklärungsarbeit
durch Schwesterorganisationen vorbereitet und in die von der IAC-Zentrale,
Addis Abeba, empfohlenen sozialpädagogischen Methoden afrikanischer
Aufklärung eingeführt. |
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Als
die Gruppe sich vor der Gründung den zuständigen Regierungsstellen
vorstellte, bekam sie stets die vehement geäußerte Amtsmeinung
zu hören, in der gesamten Region existiere die weibliche Beschneidung
schon lange nicht mehr. Man musste, weil man auf politische Zustimmung
angewiesen war, die Tatsache ihrer Existenz beweisen. Es dauerte
Monate, bis man mit einer Fragebogenaktion genügend Menschen
aufstöbern konnte, die wenigstens anonym zu diesem Thema etwas
zu sagen bereit waren. Die Ergebnisse der Aktion belehrten die Behörden
eines Schlechteren: In Tanga, besonders in den ländlichen Weiten
auf die Grenze nach Kenya zu, liegen die Beschneidungsraten gebietsweise
bei 92 %. Es gibt darunter auch die sog. "pharaonische",
also die drastischste Verstümmelungsart. Und man beschneidet
vor allem Neugeborene! |
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