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| Warum wird
beschnitten? |
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Um zu verstehen, warum sich Mädchen und Frauen einem solchen
Martyrium hingeben, muss man tief in die Kultur der betroffenen
Länder eintauchen. Für uns „moderne“ Menschen
ist die Vorstellung der Genitalverstümmelung erschreckend.
Für einen großen Teil der Frauen in den betroffenen Ländern
ist dies jedoch selbstverständlich. Sie sind mit diesem Ritual
aufgewachsen und haben es nie in Frage gestellt. |
| Die höhere
Macht |
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Die Mehrheit
der beschneidungspraktizierenden Muslime/Innen gehen davon aus,
dass der Islam die weibliche Beschneidung von ihnen erwartet.
Wie jedoch festgestellt wurde, handelt es sich hierbei nur um
einen präislamischen Brauch. Der Koran erwähnt die weibliche
Beschneidung nicht. In den heiligen Städten Medina und Mekka,
sowie in anderen muslimischen Ländern ist der Brauch völlig
unbekannt.
In einem bestimmten Hadith hat jedoch ein Prophet zu einer Beschneiderin
gesagt:
„Nehme
ein wenig weg, aber zerstöre es nicht. Das ist besser für
die Frau und wird vom Mann bevorzugt.“
Dieser Satz
wird oft unterschiedlich interpretiert.
Eine mögliche Interpretation ist,
„..., dass sich das „bevorzugt“ auf das „zerstöre
nicht“ beziehe, will heißen: Der Prophet wollte mit
der alten vorislamischen Sitte nicht brechen, bevorzugt aber ihre
Unterlassung.“
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| Die Rolle
der Frau |
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Von der
Frau wird erwartet, sich ihrer Rolle als Frau und Mutter voll
und ganz hinzugeben. „Mann“ ist der Meinung, dass
der Gedanke an Sexualität die Frau hindert, ihrer Rolle gerecht
zu werden. Da die Frau als Nymphomanin gilt, soll ihr durch die
Beschneidung die Möglichkeit der Masturbation genommen werden.
Viele Kinder heben den Status einer Familie. Frauen, die beschnitten
sind, gelten als besonders fruchtbar. Durch die Beschneidung wird
die Frau von der Prostitution abgehalten. Ihr sexuelles Verlangen
soll durch das Amputieren der Klitoris ausgeschaltet werden. Ebenfalls
soll die Beschneidung vor Vergewaltigung schützen und den
Mann vor sexueller Überforderung bewahren.
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| Der Schritt
zum Erwachsenwerden |
Die Beschneidung
der Frauen ist über lange Zeit zu einem Brauch geworden.
Wer diesen Brauch nicht befolgt, wird missachtet. Es gibt ganz
klar abgegrenzte Begriffe für „Beschnittene“
und „Unbeschnittene“. Das Vernachlässigen des
Brauchs führt meist zu Verachtung oder Geringschätzung.
Der gesellschaftliche Status einer Frau hängt von der Beschneidung
ab. Die Kinder einer unbeschnittenen Frau werden auch oft mit
dem sudanesischen Wort „Rhalfa“ beschimpft. Das Schimpfwort
bedeutet „Sohn einer Unbeschnittenen“.
Bevor ein Mädchen erwachsen wird, muss es an der Initiation
teilnehmen. Die Initiation ist ein Übergangsstadium von einer
sozialen Rolle in eine andere. Eine sehr wichtige Phase ist die
vom Kind zur erwachsenen Frau. Während dieser Initiationszeit
geben die Älteren ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die
jungen Initiantinnen weiter. Nach dieser Zeit sind die Mädchen
wie neu. Sie tragen neue Kleider und neuen Schmuck. Sie haben
eine neue Zugehörigkeit in ihrer Gruppe.
Zu diesem Übergangsstadium gehört jedoch auch die Beschneidung.
Die Beschneidung wird in diesem Sinn auch als eine Reifeprüfung
angesehen.
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Die Frau
als Abhängige |
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Aufgrund
ungenügender Bildung ist es einer Frau unmöglich, sich
selbst zu versorgen. Daher ist sie von einem Mann abhängig.
Die meisten Männer heiraten nur beschnittene Frauen. Da die
Infibulation mit einem Keuschheitsgürtel zu vergleichen ist,
wird dem Mann garantiert, dass die Frau bei der Hochzeit jungfräulich
ist und während seiner Abwesenheit mit keinem anderen Mann
schläft. Wahllos unterziehen sich die Frauen also dem Ritual.
Die Eltern lassen aus diesem Grund auch ihre Kinder beschneiden.
Der Brautpreis, den ein Vater für seine Tochter erhält,
richtet sich nach der Art der Beschneidung. Je stärker die
Beschneidung, desto höher ist der Brautpreis. |
| Gesund
und munter? |
Wenn
eine Frau beschnitten ist, so gilt sie rein und attraktiv. Die Frauen
lassen sich beschneiden, da sie denken, dass sonst Insekten in ihre
Vagina eindringen können. Viele Frauen glauben, dass die Geburt
ihres Kindes durch die Beschneidung weniger Schmerzen mit sich bringt.
Andere denken wiederum, dass Unbeschnittene keine Kinder bekommen
können. Sie glauben, dass die Klitoris giftig ist und alle
ansteckt, die mit ihr in Berührung kommen.
Mangels Wissens über die weibliche Anatomie sind viele Frauen
in dem Glauben, dass die Beschneidung sie vor dem Herausfallen der
Gebärmutter bewahrt. Sie sind davon überzeugt, dass die
Beschneidung ihre Gesundheit stärkt. |
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Welche Folgen hat
die Beschneidung? |
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Aufklärungsarbeit |
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